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Reisekrankheiten

Der Sommer und damit die Hauptreisezeit für den Urlaub steht vor der Tür. Viele Besitzer nehmen ihre Hunde mit in den Sommerurlaub, um erholsame, unbeschwerte Tage mit zusammen zu erleben. Besonders bei Reisen ins (europäische) Ausland sollte allerdings bedacht werden, dass dort Krankheiten existieren, die für den Hund ernstzunehmende Folgen haben können.

Zu den häufigsten Reisekrankheiten, die über Mücken, Sandfliegen oder Zecken übertragen werden können, zählen Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose und Dirofilariose, die Herzwurmerkrankung. Durch den prophylaktischen Einsatz von Antiparasitika kann die Ansteckungsgefahr für den Hund minimiert werden.

Von Zecken können Babesiose und Ehrlichiose übertragen werden.

Der in Europa vorkommende Erreger der Babesiose heißt Babesia canis oder vogeli und wird von den beiden Zeckenarten Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) und Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke) übertragen. Auch eine Übertragung über die Plazenta von einer tragenden Hündin auf ihre Welpen ist, wenn auch selten, möglich. Ca. fünf Tage nach einem infektiösen Zeckenstich kommt es zu hohem Fieber, der Urin kann rotbraun gefärbt sein. Ebenso können Bewegungsstörungen und Lahmheit auftreten. Nach den ersten Tagen kann es zudem zu Inappetenz, einer Gelbfärbung der Schleimhäute sowie einer Vergrößerung von Leber und Milz kommen, sowie Entzündungen in den Augen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, wird zum Einsatz eines lokalen Spot on Präparates, wie z.B. Advantix der Firma Bayer geraten. Dieses Präparat bietet einen Schutz über vier Wochen gegenüber der braunen Hundezecke und drei Wochen gegenüber der Auwaldzecke.

Der Haupterreger der caninen Ehrlichiose ist die Rickettsienart Ehrlichia canis. Allerdings gibt es daneben weitere, auch humanpathogene Ehrlichienarten, zB. Ehrlichia phagozytophilia. Diese Erreger werden über die Zeckenart Rhipicehalus sanguineus (braune Hundzecke) übertragen. Die Ansteckung erfolgt über den Speichel infizierter Zecken oder die Transfusion kontaminierten Blutes. Die Inkubationszeit beträgt 8-20 Tage. Die Erreger setzten sich zum Teil in den Gefäßwänden fest und führen dort zu Entzündungen, die auch mit Blutungen einhergehen können. Weitere Symptome sind: Fieber, rötlicher Urin, Nasenbluten, Blutungen am Auge, Augen – und Nasenausfluss, Lungenödem, Husten, Atemnot, Magen – Darm – Beschwerden, Inappetenz, Gewichtsverlust, neurologische Ausfälle, blasse Schleimhäute, Vergrößerung von Leber und Milz, Meningitis, Polyarthritis, kardiologische Probleme und Augenveränderungen. Als Prävention steht eine ausreichende Zeckenprophylaxe an oberster Stelle. Auch hierfür bieten Spot on Präparate einen Schutz über vier Wochen vor der übertragenden Zeckenart. Als Alternative gilt das Halsband Scalibor. Dieses bietet einen 5-6 monatigen Schutz gegenüber der braunen Hundezecke.

Die Dirofilariose wird auch die Herzwurmerkrankung genannt. Die sog. Herzwürmer (Dirofilaria immitis) wird von Stechmücken übertragen. Durch den Stich werden die Larven übertragen, die sich im Körper des Hundes weiterentwickeln und schließlich in die Gefäße einwandern. Betroffene Tiere magern ab, leiden unter Husten und zeigen Anzeichen einer Herzerkrankung. Erste Anzeichen auf eine Erkrankung treten häufig erst Monate nach der Infektion auf. Als Prophylaxe wird empfohlen, den Hunden das Präparat Milbemax zu verabreichen. Die Wirkdauer dieses eigentlich als Breitband-Entwurmungsmittel eingesetzten Medikamentes beträgt 30 Tage, die Behandlungsdauer sollte bis 30 Tage nach der möglichen Exposition durchgeführt werden, dies bedeutet bei Aufenthalten in den „Gefahrengebieten“, die länger als 30 Tage anhalten, wird eine dreimalige Gabe im Abstand von 30 Tagen empfohlen. Ebenso bietet das Scaliborhalsband einen Wirkschutz über 6 Monate gegenüber den Steckmücken. Zudem bietet das Spot – on Präparat Advantix einen vierwöchigen Schutz vor den Stechmücken. Auch in diesem Fall soll die Behandlung bis 30 Tage nach der letzten Exposition durchgeführt werden.

Die Leishmaniose wird von den Sandfliegen bzw. Schmetterlingsmücken übertragen. Diese Erkrankung zählt zu den Zoonosen, kann also auch auf den Menschen übertragen werden. Die Inkubationszeit kann Monate bis Jahre betragen. Durch den Klimawandel konnten bereits in verschiedenen Gebieten innerhalb Deutschlands die Erreger übertragenden Mücken nachgewiesen werden. Die Symptome dieser Erkrankung sind zunächst recht unspezifisch mit reduziertem Verhalten, Fieberschüben, Durchfall und Gewichtsverlust. Zudem können Hautveränderungen und Haarverlust auffällig werden. Im weiteren Verlauf können übermäßiger Krallenwuchs, blutiger Durchfall und Nasenbluten auffällig werden. Als Prophylaxe wird zum Einsatz des Spot on Präparates Advantix oder zum Anlegen des Scaliborhalsbandes geraten. Advantix bietet einen 14 – tägigen Schutz vor den übertragenden Schmetterlingsmücken. Das Halsband bietet einen 5-6 monatigen Schutz gegenüber den Schmetterlingsmücken.

 

Zusammenfassung

Zu den häufigsten Reisekrankheiten zählen Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose und Leishmaniose.
Zu den Medikamenten, die prophylaktisch zum Schutz eingesetzt werden können, zählen:

Spot on Präparat Advantix:

  • 2 Wochen Schutz gegenüber Fliegen, die Leishmaniose übertragen können
  • 4 Wochen Schutz gegenüber der braunen Hundezecke, die Babesiose und Ehrlichiose übertragen kann
  • 3 Wochen Schutz gegenüber der Auwaldzecke, die Babesiose übertragen kann
  • 4 Wochen Schutz gegenüber der Zeckenart Ixodes ricinus
  • 4 Wochen Schutz gegenüber Flöhe

Milbemax

  • Breitband-Entwurmungsmittel
  • Prophylaktischer Einsatz bei möglicher Exposition von Stechmücken, die Herzwürmer übertragen können, Gabe alle 30 Tage bis 30 Tage nach Expositionsende

 

Halsband Scalibor

  • 5-6 Monate Schutz vor dem Befall mit Ixodes ricinus und Rhipicephalus sanguineus
  • 5-6 Monate Schutz vor Schmetterlingsmücken
  • 6 Monate Schutz vor Stechmücken
  • Um einen optimalen Schutz zu erhalten, sollte das Halsband bereits 3-4 Wochen vor Reiseantritt angelegt werden

 

Spot on Präparat Advocate

  • zur Behandlung und Vorbeugung des Flohbefalls
  • zur Behandlung des Haarlingbefalls
  • zur Behandlung des Ohrmilbenbefalls (Otodectes cynotis)
  • zur Behandlung der Sarcoptes-Räude
  • zur Behandlung der Demodikose
  • zur Vorbeugung von Herzwurmerkrankung
  • zur Behandlung von Angiostrongylus vasorum
  • zur Behandlung eines Befalls mit gastrointestinalen Nematoden

Als mögliche Behandlungskombinationen werden Scalibor + Advocate oder Milbemax + Advantix empfohlen.

Anfahrt

Kleintierklinik Frankenthal

Beindersheimer Str. 77
67227 Frankenthal

Tel. 06233 770820
Fax. 06233 7708229

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